Sachsen-AnhaltSachsen-Anhalt wird immer älter - doch nicht überall gleich

Sachsen-Anhalt bleibt das Bundesland mit dem höchsten Altersschnitt Deutschlands. Dabei ist es vor allem die Landbevölkerung, die immer älter wird. Doch es gibt eine überraschende Ausnahme.
Wiesbaden/Magdeburg (dpa/sa) - Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind im Deutschlandvergleich durchschnittlich am ältesten. Zum 31. Dezember lag das Durchschnittsalter im Land bei 48,4 Jahren, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das sind 3,4 Jahre mehr als im Bundesschnitt. Zugleich bleibt es wie bereits im Vorjahr der höchste Wert unter den Ländern. Knapp dahinter liegen demnach weiterhin Mecklenburg-Vorpommern mit 48,3 Jahren und Thüringen mit 48,2 Jahren. Sachsen-Anhalts Frauen sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Schnitt sogar 50,3 Jahre alt und liegen dabei 3,8 Jahre über den Männern.
Innerhalb von 15 Jahren stieg das Durchschnittsalter in Sachsen-Anhalt um 1,5 Jahre an – und damit stärker als in ganz Deutschland. Der Abstand zum Bundesschnitt vergrößerte sich in dieser Zeit um knapp fünf Monate. Das jüngste Bundesland ist Hamburg. Dort sind die Menschen laut Statistik durchschnittlich 42,3 Jahre alt.
Zuwanderung dämpft Alterung im Land
Innerhalb Sachsen-Anhalts gibt es deutliche regionale Unterschiede: So haben kleine Gemeinden den Städten beim hohen Altersschnitt inzwischen den Rang abgelaufen, so die Landesstatistiker. 2011 war das Verhältnis noch umgekehrt. Das liege auch an der Zuwanderung aus dem Ausland, die die Städte offenkundig deutlich stärker betrifft.
Es sind vor allem jüngere Menschen, die nach Sachsen-Anhalt kommen. 2025 lag der Altersschnitt der nicht deutschen Bevölkerung im Land bei 31,5 Jahren. Lässt man sie unberücksichtigt, sind die Sachsen-Anhalter demnach im Schnitt bereits fast 50 Jahre alt (49,9).
Die jüngsten Orte im Land sind die beiden einzigen Großstädte Sachsen-Anhalts. Die Hallenser sind demnach im Schnitt 44,7 Jahre alt. Die Magdeburger liegen bei 45,2 Jahren. Beide haben einen Ausländeranteil von rund 14 Prozent.
Kleine Gemeinde ist statistisch jüngster Ort im Land
Überraschend ist allerdings der jüngste Ort im Land. Mit durchschnittlich 43,1 Jahre alten Bewohnern ist das die kleine Gemeinde Harbke im Landkreis Börde, unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen. Dass statistisch jeder Fünfte in dem rund 1.800 Einwohner zählenden Ort eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft hat, dürfte auch an der dortigen Asylunterkunft liegen.
Den Titel der statistisch ältesten Orte Sachsen-Anhalts teilen sich den Zahlen zufolge die Gemeinde Schollene und die Hansestadt Werben (beide Landkreis Stendal). Die Einwohner beider Orte sind im Schnitt 53,8 Jahre alt. Hier liegt der Ausländeranteil laut Statistik bei einem Prozent.