Sachsen-AnhaltBaugenehmigung für Königshalle in Tilleda erteilt

Mit der neuen Baugenehmigung startet in Tilleda ein Strukturwandelprojekt: Die Königshalle soll Geschichte erlebbar machen und den Tourismus stärken.
Tilleda (dpa/sa) - Der Bau einer rekonstruierten frühmittelalterlichen Königshalle auf dem Gelände der Königspfalz Tilleda kann beginnen. Der Landkreis Mansfeld-Südharz habe die Baugenehmigung für das Strukturwandelprojekt erteilt, teilte die Kreisverwaltung mit. Sie soll in der kommenden Woche zugestellt werden.
Halle mit Thronsaal und Hologrammen geplant
Die geplante Halle soll das Freilichtmuseum nahe Kelbra ergänzen und Besucher in die Zeit um das Jahr 1000 zurückversetzen. Das etwa 30 Meter lange, mehr als zehn Meter breite und über acht Meter hohe Gebäude ist als unbeheizte Halle mit Thronsaal geplant. Im Inneren sollen unter anderem virtuelle Angebote wie Hologramme über das höfische Leben und die in Tilleda bezeugten Regierungshandlungen informieren.
Die Gesamtkosten des Projekts liegen nach früheren Angaben des Landkreises bei rund 2,56 Millionen Euro. Gut 2,3 Millionen Euro stammen demnach aus Strukturwandelmitteln im Zuge des Kohleausstiegs. Die Königshalle soll nach Erwartungen der Verantwortlichen die touristische Entwicklung der Region stärken.
Bedeutender Herrschaftsort im Mittelalter
Die Königspfalz Tilleda war im Mittelalter ein bedeutender Herrschaftsort. Kaiser Otto II. schenkte das rund sechs Hektar große Areal im Jahr 972 seiner Frau, der byzantinischen Prinzessin Theophanu. Im 13. Jahrhundert verfiel die Anlage.