HessenAOK: Immer mehr Fehlzeiten wegen psychischer Krankheiten

Die AOK meldet in Hessen steigende Ausfallzeiten durch psychische Erkrankungen. Am längsten dauern Krankschreibungen wegen depressiver Episoden, schwerer Belastungen und Anpassungsstörungen.
Bad Homburg (dpa/lhe) - Depressionen, Burn-out, Angststörungen: Psychische Erkrankungen haben im vergangenen Jahr in Hessen für deutlich mehr Fehltage als noch vor zehn Jahren gesorgt. 2016 waren im Durchschnitt noch 304 Fehltage je 100 AOK-versicherter Beschäftigter auf psychische Erkrankungen zurückzuführen, 2025 waren es schon 411, wie die Krankenkasse mitteilte. Das sei ein Anstieg um 35 Prozent. Die Daten gehen aus dem Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervor.
Den Angaben der AOK zufolge waren in Hessen zwei Berufsgruppen besonders stark von psychischen Erkrankungen betroffen: Beschäftigte im Dialogmarketing ließen sich mit 36,1 Fehltagen je 100 AOK-versicherte Beschäftigte am häufigsten wegen psychischer Krankheiten krankschreiben. Darunter fallen zum Beispiel Callcenter. Auch in Berufen in der Haus- und Familienpflege wurden mit 24,6 Fehltagen hohe Raten gezählt. Am längsten fielen Beschäftigte laut der Krankenkasse aufgrund depressiver Episoden, schwerer Belastungen und Anpassungsstörungen aus.
Allgemein rückläufiger Trend
Über alle Erkrankungen hinweg gibt es bei Fehltagen der Mitteilung der AOK zufolge jedoch einen rückläufigen Trend: 2024 fehlten AOK-versicherte Beschäftigte im Schnitt 24,7 Tage. 2025 sank der Wert auf 24,0. Auch im ersten Halbjahr 2026 habe sich der rückläufige Trend mit durchschnittlich 23,7 Fehltagen fortgesetzt.