Regionalnachrichten

BayernMetall-Tarifrunde beginnt ohne Arbeitgeber-Angebot

08.10.2026, 14:49 Uhr
image

Vielen Firmen der Metall- und Elektroindustrie geht es schlecht, die Tarifrunde wird schwierig. Arbeitgebern und IG Metall glückt ein diplomatischer Auftakt bei gegensätzlichen Positionen.

München (dpa/lby) - Die Tarifverhandlungen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie haben ohne Angebot der Arbeitgeber für die mehr als 800.000 Beschäftigten begonnen. Hauptergebnis der ersten Verhandlungsrunde in München war die Vereinbarung der zweiten Verhandlungsrunde für den 27. Oktober in Coburg. Der Arbeitgeberverband vbm lobte das erste Gespräch mit der IG Metall als "positiven Austausch". IG Metall-Landesbezirksleiter Horst Ott sagte diplomatisch: "Wir sind uns sehr bewusst, dass wir eine große Verantwortung haben."

Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das ist angesichts der anhaltenden schlechten Lage vor allem in der Autoindustrie eine niedrigere Ausgangsforderung als in den Tarifrunden der vergangenen Jahre.

Gegenwind für sämtliche Forderungen der IG Metall

Für Beschäftigte in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage will die IG Metall eine tarifliche Gewinnbeteiligung. "Es gab bei jeder unserer Forderungen Gegenwind", sagte Ott. "Wenn die Unternehmen keine Kostenreduzierung bekommen, wenn sie also nicht wettbewerbsfähiger werden, dann wäre es eine Katastrophe", sagte hingegen Thomas Kaeser, der die Verhandlungen auf Arbeitgeberseite führt. Zuvor demonstrierten etliche in rot gekleidete IG Metaller vor dem Verhandlungsort im Hotel Bayerischer Hof.

Eine Einigung bereits in der ersten Verhandlungsrunde war von vornherein ausgeschlossen. Vielmehr werden schwierige Verhandlungen erwartet. Das liegt unter anderem daran, dass es wichtigen Teilen der Metall- und Elektroindustrie wie der Autoindustrie derzeit schlecht geht. Es gibt auch gut bis sehr gut laufende Bereiche wie Rüstung und Luftfahrtindustrie - in diesen Bereichen arbeiten aber weit weniger Menschen als in Autoindustrie oder dem Maschinenbau. Die Arbeitgeber lehnen eine tarifliche Gewinnbeteiligung strikt ab.

Quelle: dpa

Regionales