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Hamburg & Schleswig-HolsteinSchleswig-Holstein schafft Online-Plattform für Schulen

01.10.2026, 12:01 Uhr
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(Foto: Philipp von Ditfurth/dpa)

Wie gut ist meine Schule aufgestellt? Was können wir besser machen? Fragen wie diese beantwortet ein neues Dashboard, das Schleswig-Holstein einführt. Ziel ist eine genauere Steuerung.

Kiel (dpa/lno) - Schulen in Schleswig-Holstein können von heute an eine neue interaktive Online-Plattform nutzen, um schulische Daten zu analysieren und sich mit anderen Schulen zu vergleichen. Bildungs-Staatssekretär Tobias von der Heide (CDU) stellte das "Dashboard" gemeinsam mit Dirk Zorn, dem Direktor des Bildungsprogramms der Bertelsmann-Stiftung, in Kiel der Öffentlichkeit vor.

Bisher erhalten Schulen einmal im Jahr ein Datenblatt mit relevanten Daten zu Unterricht und Lernerfolgen. Fortan sind die Daten permanent abrufbar. "Das interaktive Dashboard wird die Entwicklung unserer Schulen und die pädagogische Arbeit der Schulen verändern. Es schafft eine verlässliche Grundlage, um Entwicklungen zu erkennen und Ergebnisse einzuordnen", sagte von der Heide.

Mehr als 20 verschiedene Daten auf der Online-Plattform

Mehr als 20 unterschiedliche Daten würden Eingang finden, unter anderem auch Auswertungen nach Geschlecht oder migrantischem Hintergrund der Schülerinnen und Schülern. Das Dashboard enthalte neben statistischen Schuldaten auch Ergebnisse der Kinder und Jugendlichen aus Vergleichsarbeiten oder den Lernausgangslagen.

Auch Noten in den zentralen Abschlüssen oder Zahlen zum Ganztag würden abgebildet und vieles mehr, was für die Schulentwicklung notwendig sei. Individuelle Daten zu Schülerinnen und Schülern seien nicht enthalten. Es gebe klare Regelungen zum Datenschutz und zur Datensicherheit.

Aus den Informationen sollen konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, damit Schülerinnen und Schüler die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, um individuell erfolgreich zu sein, ergänzte der Staatssekretär. Die Bertelsmann Stiftung hat die Entwicklung des Dashboards unterstützt und dabei Akteure aller Ebenen des Schulsystems einbezogen. In den kommenden Wochen soll das neue Angebot in Regionalforen in ganz Schleswig-Holstein vorgestellt werden.

Kosten werden auf 700.000 Euro beziffert

Mit Ausnahme von acht Schulen hätten von heute an alle der mehr als 760 Schulen im Land Zugang zu der neuen Online-Plattform. Bei der Einführung sei die einheitliche Schulverwaltungssoftware im Land sehr hilfreich. Von der Heide bezifferte die Kosten des Projektes auf gut 700.000 Euro. Hamburg und Bremen hätten bereits eine vergleichbare Plattform, unter den Flächenländern gehöre Schleswig-Holstein zu den Vorreitern, so von der Heide.

Im Konzept "Schule 2035" hatte Schleswig-Holstein bereits Ziele der Schulentwicklung formuliert. Die Daten aus dem Dashboard seien den drei Zielbereichen zugeordnet: Leistungs- und Kompetenzentwicklung, Chancengerechtigkeit sowie Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Die Vision dieses "lernenden Schulsystems" sei, den Unterricht mit Hilfe des Dashboards besser und effektiver zu machen.

Start mit Schulleitungen und Schulaufsicht

Zum Start sollen Schulleitungen und Schulaufsichten mit dem Dashboard arbeiten, sagte von der Heide. Das Ministerium erkläre die Funktionen der neuen Online-Plattform. Alle Nutzerinnen und Nutzer müssten wissen, was sich aus Daten lesen lasse und wie es einzuordnen sei. Um die Datenkompetenz zu stärken, würden Fortbildungen und Beratungen vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) angeboten.

"Der Blick auf international führende Bildungssysteme zeigt: Daten entfalten ihren Wert, wenn sie nicht primär zur Kontrolle, sondern als Ausgangspunkt für gemeinsames Lernen genutzt werden", sagte Dirk Zorn von der Bertelsmann-Stiftung. Dafür brauche es Vertrauen, Beteiligung und Dialog. Diese Datenkultur wolle man gemeinsam mit dem Land stärken.

Quelle: dpa

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