Hamburg & Schleswig-HolsteinGrippesaison startet – Ministerin rät zum Impfstatus-Check

Gesundheitsministerin von der Decken ruft zum Impfstatus-Check auf: Warum Grippeschutz besonders für Risikogruppen wichtig ist.
Kiel (dpa/lno) - Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) und die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holsteins (KVSH) haben zum Start der Grippesaison zur Kontrolle des eigenen Impfstatus aufgerufen. "Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen des Gesundheitsschutzes", sagte von der Decken. Sie riet den Norddeutschen, empfohlene Schutzimpfungen machen zu lassen.
"Eine Impfung ist mehr als nur ein kurzer Pieks. Ärztinnen und Ärzte kennen die Vorgeschichte ihrer Patientinnen und Patienten, können mögliche Risiken erkennen und individuell einschätzen", sagte die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Bettina Schultz. Diese medizinische Kompetenz sorge für die nötige Sicherheit und schaffe Vertrauen.
Grippeimpfungen werden nicht nur in Hausarztpraxen angeboten. Je nach Alter und persönlicher Situation können sich Patientinnen und Patienten zum Beispiel auch in kinder- und jugendärztlichen sowie in gynäkologischen Praxen gegen Grippe impfen lassen. Nach Angaben von Ministerium und KVSH kann eine Influenza zu schweren Verläufen und ernsthaften Komplikationen wie Herzmuskelentzündungen führen - insbesondere bei Menschen mit Vorerkrankungen.
Wem werden Impfungen offiziell empfohlen?
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Impfungen gegen Grippe unter anderem für Menschen ab 60 Jahren sowie Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangeren und Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen. Eine Impfung gegen Covid-19 und RSV wird Menschen ab 75 Jahren oder auch jüngeren Personen mit Grunderkrankungen empfohlen. Das Immunsystem braucht etwa zwei Wochen bis ein Schutz aufgebaut ist, der dann mehrere Monate hält.
In der Wintersaison 2025/26 gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bundesweit rund 180 Millionen Atemwegserkrankungen, darunter Influenza, Covid-19, RSV-Erkrankungen, Rhinoviren oder saisonale Coronaviren. Kleinkinder hatten im Durchschnitt 4,6 akute Atemwegserkrankungen, Erwachsene ab 60 Jahren im Schnitt 1,3. Etwa 429.000 Fälle von schweren akuten respiratorischen Infekten wurden deutschlandweit in Kliniken behandelt. Es starben rund 22.700 Menschen. Das RKI stuft die Saison auf Basis dieser Zahlen als moderat und mit der in anderen Ländern vergleichbar ein.