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ThüringenStrom vom Heidelbeerfeld - Erstes großes Agri-PV-Projekt

01.10.2026, 16:55 Uhr
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Solarstrom vom Acker. Nach kleinen Projekten wie beim Erdbeeranbau in Gebesee gibt es jetzt die erste große Anlage im Freistaat. Was sie kann.

Bad Klosterlausnitz/Erfurt (dpa/th) - Stromernte vom Acker: Die TEAG Solar GmbH hat bei Bad Klosterlausnitz Thüringens bisher größte Anlage zur Gewinnung von Solarstrom auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche errichtet. Unter den Solarmodulen sollen vor allem Heidelbeeren gedeihen. Für das Projekt sei eine ehemalige Militärfläche renaturiert worden, teilte das Thüringer Energieministerium mit.

Insgesamt seien auf einem rund 6,4 Hektar großen Areal seit März knapp 12.000 PV-Module errichtet worden. Zuvor seien auf der Fläche in der Nähe der Autobahn 4 vom Kampfmittelräumdienst Handgranaten und Munitionsreste entsorgt worden.

Bei der Agri-PV-Anlage seien die Solarmodule in drei bis vier Metern Höhe installiert worden. "Diese Anlage hier zeigt, wie wir an geeigneten Standorten in Thüringen Solarenergie erzeugen und gleichzeitig die Böden landwirtschaftlich weiter nutzen können", erklärt Energieminister Tilo Kummer (Thüringen.Gerecht).

Auch der Vorstandschef der Thüringer Energie AG (TEAG/Erfurt), Stefan Reindl, betonte den Doppelnutzen für Landwirtschaft und Energieerzeugung. "Jetzt können zwei Ernten eingefahren werden. Die Stromernte und die Obst- und Gemüseernte."

Bio GmbH übernimmt die Beerenernte

Auf dem größten Teil der Ackerflächen unter den Agri-PV-Modulen sollen verschiedene Beerenfrüchte angebaut werden - vorrangig Heidelbeeren, aber auch Himbeeren, Johannisbeeren oder Brombeeren. Zur Bewirtschaftung sei eine Rüdersdorfer Bio GmbH gegründet worden, eine Tochter der Rüdersdorfer Agrar GmbH.

Die Anlage soll knapp sieben Gigawattstunden Strom pro Jahr einspeisen - und könnte damit etwa 2.300 Haushalte versorgen. Pro eingespeiste Kilowattstunde erhalte Bad Klosterlausnitz als freiwillige Umlage 0,2 Cent. Über eine Laufzeit der Anlage von mindestens 20 Jahren würden so 280.000 Euro in die Haushaltskasse der Kommune fließen, so das Ministerium. Betreiber der PV-Anlage bleibe die Solartochter der TEAG.

Bisher sind in Thüringen nur kleinere Agri-PV-Anlagen wie beim Erdbeeranbau in Gebesee sowie einige Testanlagen in Betrieb. Die TEAG ist der größte Energieversorger im Freistaat und im Besitz der Kommunen.

Quelle: dpa

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