Thüringen150 Jahre Technik zum Anfassen im Telefonmuseum Jena

Fast jeder besitzt inzwischen ein Handy - doch das war nicht immer so. Wie fing es mit der Telekommunikation an? Und wie ging es dann weiter? Interessierte können das in Jena lernen und ausprobieren.
Jena (dpa/th) - Vom historischen Gerät bis zum Minihandy - im Telefonmuseum in Jena werden Tausende Exponate rund um die Geschichte der Telekommunikation gezeigt. Betrieben wird das Museum vom Verein Telefon- und Kommunikation Jena - die Ausstellung wird normalerweise nur auf Anfrage für Führungen geöffnet. Am Samstag findet jedoch ein Tag der offenen Tür statt.
"In diesem Jahr ist 150 Jahre Telefonpatent - und das haben wir zum Anlass genommen, das Museum mal einen ganzen Tag zu öffnen", sagte Bastian Ebert, stellvertretender Vorsitzender des Vereins.
Historischer Wettstreit um das Patent
Um die Erfindung des Telefons gab es gar ein richtiges Rennen: Alexander Graham Bell hatte den Patentantrag für das Telefon vor 150 Jahren am 14. Februar 1876 über seinen Anwalt beim US-Patentamt in Washington D.C. eingereicht. Nur wenige Stunden später soll sein Konkurrent Elisha Gray über einen Vertreter eine vorläufige Patentanmeldung für ein ähnliches Konzept eingereicht haben. Im Wettstreit um den Titel "Vater des Telefons" blieb auch der deutsche Erfinder Johann Philipp Reis auf der Strecke, der vor allem in seiner hessischen Heimat als Telefonerfinder gilt.
Da es bereits Anfang des Jahres eine "Lange Nacht der Museen" in Jena gab, entschied sich der Verein laut Ebert, anlässlich des Jubiläums gegen Ende des Jahres die Türen für alle Technikbegeisterten und Geschichtsinteressierte zu öffnen. Der Eintritt ist den Angaben nach generell kostenfrei. "Wir freuen uns natürlich immer über Spenden", so Ebert. Geöffnet ist das Museum am Samstag von 10 bis 18 Uhr, Vorabanmeldungen sind nicht notwendig.
Technikgeschichte zum Anfassen
Zu sehen und ausprobieren gibt es dort eine ganze Menge - die Rede ist von mehreren Tausend Exponaten. "Wir haben eine relativ große Ausstellung an Geräten aus den letzten 150 Jahren", so Ebert. Von den ersten Holzgeräten aus dem Kaiserreich über Telefone aus den Kriegsjahren bis hin zu modernen Handys sei alles dabei.
Bei Besuchern besonders beliebt ist Ebert zufolge etwa das "kleinste Handy der Welt". Dieses sei nur rund vier Zentimeter groß und trotzdem ein voll funktionierendes Mobiltelefon. Auch ein Klappenschrank gehört zur Ausstellung. Dort könne man zeigen, wie das "Fräulein vom Amt" die Menschen verbunden hat.
Ursprünglich handelte es sich um eine private Sammlung, die teils mobil ausgestellt wurde. Inzwischen kümmert sich der Verein darum. Seit 2020 befindet sich das Museum an seinem jetzigen Standort in Jena.