SachsenDemonstration gegen Kürzungspläne in der Kultur

Die Landesregierung will Zuschüsse für Theater und Orchester senken. Doch die stehen bereits finanziell unter Druck. Deswegen tragen sie Ihren Protest auf die Straße.
Dresden (dpa/sn) - Kürzungspläne des Landes bei Zuschüssen für Theater und Orchester stoßen auf Protest. Unter dem Motto "Kultur braucht Zukunft - Sachsen braucht Kultur" demonstrierten am Montag Kulturschaffende vor der Dresdner Semperoper. Der Landesverband des Deutschen Bühnenvereins sprach von etwa 1.000 Teilnehmern. Unterstützung erhielten sie von Gewerkschaften und der Opposition im Landtag.
Die Theater und Orchester müssten auch in Zukunft angemessene Entgelte und Gagen gewährleisten, erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretär Thomas Bittner. "Nur so lässt sich die Leistungsfähigkeit der sächsischen Theater auch in Zukunft sichern." Dazu brauche es eine auskömmliche Finanzierung.
Die Kulturpolitikerin der Grünen im Landtag Claudia Maicher bezeichnete das Vorhaben der Landesregierung verantwortungslos. Sie ignoriere Steigerungen bei Personalkosten und wolle in den nächsten Jahren unter das Niveau von 2026 kürzen. "Das heißt: nicht nur weniger Produktionen, sondern Personalabwanderung, weniger Orte der Begegnung, Wertebildung und Kreativität."
Theater und Orchester kämpfen schon jetzt mit steigenden Kosten
Laut Maicher will das Land die institutionelle Förderung der kommunalen Theater und Orchester im kommenden Jahr im Schnitt um 6,3 und 2028 um 10,1 Prozent im Vergleich zu 2026 verringern. Auch bei anderen Kulturinstitutionen wie der Kulturstiftung des Freistaates wird im nächsten Doppelhaushalt der Rotstift angesetzt.
Viele Einrichtungen stünden bereits unter erheblichem finanziellem Druck angesichts von steigenden Kosten etwa für Energie und Dienstleistungen sowie höheren Löhnen, so der Bühnenverein. Die Kosten ließen sich nicht beliebig reduzieren, ohne den Umfang des Spielbetriebs und die künstlerische Leistungsfähigkeit der Häuser zu beeinträchtigen. Der Verband fordert, die institutionelle Förderung der Theater und Orchester mindestens auf dem Niveau von 2026 fortzuschreiben und reale Kostensteigerungen einzubeziehen.