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Rheinland-Pfalz & SaarlandTrockener Parkplatz und Sonnenenergie – ein Trend?

16.10.2026, 03:32 Uhr
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Immer häufiger finden sich mit Photovoltaik überbaute Parkplätze in Rheinland-Pfalz. Was dafür spricht und was die Entwicklung hemmt.

Neuwied/Mainz (dpa/lrs) - Die Photovoltaik-Überdachung des Schwimmbad-Parkplatzes in Neuwied gilt als ein innovatives Klimaschutzprojekt in Rheinland-Pfalz. Damit könnten bis zu 166,88 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden, hieß es zu Jahresanfang auf der Baustelle.

Immer häufiger werden in Rheinland-Pfalz Parkplätze mit solchen Photovoltaik-Anlagen (PV) überbaut, etwa am Moselbad in Koblenz, auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises und auf dem Firmenparkplatz von Lotto Rheinland-Pfalz in Koblenz. Wie viele genau wird aber nicht erfasst.

PV-Anlagen wie diese erhöhten die Akzeptanz für die Energiewende und die Menschen wünschten sich mehr Doppelnutzung, hatte der Geschäftsführer der Stadtwerke Neuwied, Stefan Herschbach, auf der Baustelle gesagt. "Durch Tiefbau und Aufständerung betragen die Kosten jedoch ein Mehrfaches gegenüber Freiflächen-PV."

Grünen-Politikerin Eder kritisiert hohe Auflagen

Das Projekt hat das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI) möglich gemacht. Es wurde mit rund einer Million Euro gefördert.

"In Frankreich hat man nahezu auf jedem Parkplatz Photovoltaik und in Deutschland hohe Auflagen", sagt die damals zuständige Umweltministerin Katrin Eder. Die Grünen-Politikerin ist inzwischen Fraktionschefin ihrer Partei und in der Opposition. In Neuwied etwa habe die Parkplatz-PV erdbebensicher gebaut werden müssen. "Das verursacht hohe zusätzliche Kosten."

"Am häufigsten wird mit Hilfe der KIPKI-Mittel in PV-Anlagen auf kommunalen Gebäuden, zum Großteil inklusive Stromspeichern, investiert", heißt es im jetzt zuständigen Klimaschutzministerium von Michael Ebling (SPD).

Städtetag sieht nicht so positive Energie-Bilanz

"Photovoltaik-Anlagen über Parkplätzen sind ökologisch und ökonomisch eigentlich nicht so sinnvoll", sagt der geschäftsführende Direktor des Städtetags, Michael Bleidt. "Sie sind super für die Parkplätze und die Doppelnutzung der Flächen, aber verbrauchen sehr viel CO2 für den Stahl, die energetische Bilanz ist deshalb nicht so positiv."

Fachmann: Es kommt auf die Gesamtbilanz an

"Ob Parkplatz-PV ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, muss man für jedes Projekt prüfen", sagt Tobias Gruben vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier. "Entscheidend ist die Gesamtbilanz über die Nutzungsdauer. Dem Material- und Energieaufwand für den Bau steht der über viele Jahre erzeugte Solarstrom gegenüber."

Eine PV-Anlage habe etwa eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. "Die Tragkonstruktion kann auch nach dem Austausch der PV-Module weitergenutzt werden. Für jedes Projekt sind deshalb vorab der Standort, die Bodenverhältnisse, die Bauweise und Materialauswahl zu prüfen", sagte Gruben. Dabei seien unterschiedliche Nutzungsanforderungen wie Stromproduktion, Verschattung und Witterungsschutz sowie der Einsatz alternativer Materialien, etwa Holz, gegeneinander abzuwägen. "Ein ökologischer Vorteil kann auch die doppelte Nutzung einer bereits versiegelten Fläche sein."

Quelle: dpa

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