Berlin & BrandenburgNeues Straßenkinderhaus in Berlin öffnet seine Türen

Das neue Straßenkinderhaus Butze bietet obdachlosen Jugendlichen in Berlin Schlafplätze, Beratung und Werkstätten – und setzt ganz auf Spenden.
Berlin (dpa/bb) - Weg von der Straße, hinein in ein eigenes Zimmer: Mit dem neuen Straßenkinderhaus Butze sollen obdachlose Kinder und Jugendliche in Berlin schneller Hilfe und eine Perspektive bekommen. Das siebenstöckige Haus am S- und U-Bahnhof Lichtenberg des Vereins Straßenkinder wird jetzt eröffnet. Am Sonntag ist ein Tag der offenen Tür geplant.
In dem siebenstöckigen Gebäude werden auf rund 3.650 Quadratmetern verschiedene Angebote für Straßenkinder gebündelt. Zur Verfügung stehen 41 Wohn- und Schlafmöglichkeiten, darunter Notschlafstellen, Wohnungen und Mikroapartments. Hinzu kommen eine Wärmestube, Sozial- und Rechtsberatung, Werkstätten, Schulungsräume, Dusch- und Waschräume sowie eine Kleiderkammer. Das Haus soll zugleich als Basisstation für Streetworker dienen.
Stabilität und Wertschätzung
"Viele Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, haben in ihrem bisherigen Leben wenig bis gar keine Verlässlichkeit oder Stabilität erfahren. Die Butze ist für sie mehr als eine Zufluchtsstätte und ein sicheres Zuhause - die Butze ist ein Haus der Chancen, wo wir Straßenkindern Wertschätzung und die Chance auf einen Neustart geben", betont der Vereinsvorsitzende Eckhard Baumann.
Nach Angaben des Vereins Straßenkinder leben in Deutschland derzeit mindestens 6.500 Minderjährige auf der Straße. Das neue Haus solle dazu beitragen, betroffene Kinder und Jugendliche schnell von der Straße zu holen und sie auf dem Weg in ein selbstständiges Leben zu unterstützen. Die Baukosten belaufen sich dem Verein zufolge auf rund 23 Millionen Euro. Das Projekt wird vollständig durch Spenden finanziert.