Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagFonds-Krise in Türkei: Hunderttausende Anleger betroffen

30.09.2026, 09:31 Uhr

Die türkische Regierung ergreift nach einer schweren Krise am heimischen Finanzmarkt weitere Maßnahmen und gründet ein neues Kontrollgremium. Ein Koordinierungsrat unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten soll die Abwicklung zahlreicher Investmentfonds überwachen, wie Präsident Recep Tayyip Erdogan mitteilte. Damit sollen die Rechte der betroffenen Anleger geschützt werden. Er habe zudem die staatliche Kontrollbehörde mit der Untersuchung von Unregelmäßigkeiten beauftragt.

Hintergrund der Regierungsentscheidung ist eine Krise bei Investmentfonds, die von mutmaßlichen Kursmanipulationen bei wenig gehandelten Aktien an der türkischen Börse ausgelöst wurde. Dies führte zu schweren Verlusten bei mehreren Fonds. Als besorgte Anleger daraufhin ihr Geld zurückforderten, gerieten die Fonds in Zahlungsnot, da sie nicht schnell genug genügend Mittel beschaffen konnten. Die türkische Kapitalmarktaufsicht ordnete daraufhin die Zwangsauflösung (Liquidation) von mehr als 100 dieser Fonds an. Davon sind fast eine halbe Million Anleger betroffen. Das Gesamtvolumen der betroffenen Fonds beläuft sich auf rund 20 Milliarden Dollar. Die Aufsichtsbehörde legte nun einen Plan vor, wie die Vermögenswerte der Fonds schrittweise verkauft und die Anleger ausbezahlt werden sollen.

Quelle: ntv.de