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SachsenRegierung will bei Kultur kürzen - Demonstration in Dresden

05.10.2026, 17:03 Uhr
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Die Landesregierung will Zuschüsse für Theater und Orchester senken. Doch die stehen bereits finanziell unter Druck. Deswegen tragen sie Ihren Protest auf die Straße.

Dresden (dpa/sn) - Kürzungspläne des Landes bei Zuschüssen für Theater, Orchester und anderen Kultureinrichtungen stoßen auf Protest. Unter dem Motto "Kultur braucht Zukunft - Sachsen braucht Kultur" demonstrierten am Montag Kulturschaffende vor der Dresdner Semperoper. Der Landesverband des Deutschen Bühnenvereins sprach von etwa 1.000 Teilnehmern. Unterstützung kam auch von Gewerkschaften und der Opposition im Landtag.

"Kürzungen für die Kultur im kommenden Doppelhaushalt dürfen nicht Realität werden", mahnte der Landesvorsitzende des Bühnenvereins und Intendant des Theaters Chemnitz, Christoph Dittrich. "Es geht nicht um einzelne Projekte, die wegfallen könnten, sondern um die Gefährdung der Struktur, von Arbeitsplätzen oder ganzen Sparten." Auch brauche es eine klare Strategie für die Kulturinstitutionen bei der Novellierung des Kulturraumgesetzes.

Die Theater und Orchester müssten auch in Zukunft angemessene Entgelte und Gagen gewährleisten, erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretär Thomas Bittner. "Nur so lässt sich die Leistungsfähigkeit der sächsischen Theater auch in Zukunft sichern." Dazu brauche es eine auskömmliche Finanzierung.

Theater und Orchester kämpfen schon jetzt mit steigenden Kosten

Die Kulturpolitikerin der Grünen im Landtag, Claudia Maicher, bezeichnete das Vorhaben der Landesregierung als verantwortungslos. Sie ignoriere Steigerungen bei Personalkosten und wolle in den nächsten Jahren unter das Niveau von 2026 kürzen. "Das heißt: nicht nur weniger Produktionen, sondern Personalabwanderung, weniger Orte der Begegnung, Wertebildung und Kreativität."

Nach Angaben des Kulturministeriums erhalten die kommunalen Theater- und Orchesterbetriebe dieses Jahr rund 14,6 Millionen Euro Zuschuss vom Land. Nach Plänen der Landesregierung soll der Betrag in den kommenden Jahren auf knapp 13,7 Millionen (2027) und 12,9 Millionen Euro (2028) sinken. Auch bei anderen Kulturinstitutionen wie der Kulturstiftung des Freistaates wird im nächsten Doppelhaushalt der Rotstift angesetzt. Das sei eine Katastrophe für die freie Szene, hieß es beim Bühnenverein.

Wegen steigender Kosten etwa für Energie sowie höherer Löhne stünden viele Einrichtungen bereits unter erheblichem finanziellem Druck, so der Verband. Die Kosten ließen sich nicht beliebig reduzieren, ohne den Umfang des Spielbetriebs und die künstlerische Leistungsfähigkeit der Häuser zu beeinträchtigen. Der Bühnenverein fordert, die institutionelle Förderung der Theater und Orchester mindestens auf dem Niveau von 2026 fortzuschreiben und reale Kostensteigerungen einzubeziehen.

Quelle: dpa

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