Regionalnachrichten

SachsenMongolischer Präsident bekräftigt Verbindung zu Deutschland

22.10.2026, 15:49 Uhr
image
(Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Seit dem 19. Jahrhundert verbindet Leipzig eine lange Geschichte mit der Mongolei. Bei seinem Besuch setzt Präsident Khurelsukh Ukhnaa ein Zeichen für die Zukunft dieser Beziehung.

Leipzig (dpa/sn) - Der mongolische Staatspräsident Khurelsukh Ukhnaa hat an der Universität Leipzig die enge Verbindung zwischen seinem Land und Deutschland bekräftigt. Es gehe darum, die strategische Partnerschaft weiterentwickeln, das wertvolle Erbe des vergangenen Jahrhunderts zu bewahren und an die junge Generation verantwortungsvoll weiterzugeben, sagte er bei der Enthüllung einer Gedenktafel. Sie erinnert an den Leipziger Forscher Erich Haenisch und seinen mongolischen Schüler Natsagdorj Dashdorj. Sie hatten ab 1926 in Leipzig an dem Text "Die geheime Geschichte der Mongolen" gearbeitet, der erstmals ins Deutsche übersetzt wurde.

Präsident: Mongolei ist in puncto Deutschkenntnisse Asienmeister

"Während die Beziehungen zwischen Staaten und auf Regierungsebene durch Verträge und Abkommen gefestigt werden, entsteht wahre Freundschaft zwischen Völkern durch Vertrauen und gegenseitiges Verständnis zwischen den Menschen", betonte der Präsident. Ein Prozent der mongolischen Bevölkerung beherrsche die deutsche Sprache und kenne sich in Deutschland sehr gut aus Mit dieser Relation sei man gewissermaßen Asienmeister.

Leipzig schon im 19. Jahrhundert Zentrum der Mongolei-Forschung

Eva Inés Obergfell, Rektorin der Uni Leipzig, ging auf die Geschichte der hiesigen Mongolei-Forschung ein. Schon 1882 habe man eine erste Lehrveranstaltung in Mongolisch angeboten. Leipzig habe sich seit dem späten 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der deutschen und europäischen Mongolistik entwickelt. Zu DDR-Zeiten seien Studierende aus der Mongolei nach Leipzig gekommen, um die deutsche Sprache zu lernen und auf ihr weiteres Studium vorzubereiten. Mit Beginn des Wintersemesters hätten weitere 13 Studierende aus der Mongolei ein Studium aufgenommen. Tradition sei etwas Lebendiges, wenn man sie nicht nur bewahre, sondern Neues daraus entwickle.

Mongolischer Präsident mit Terminen in Leipzig und Dresden

Bei dem Termin in Leipzig wurden auch Kooperationsverträge zwischen sächsischen und mongolischen Hochschulen ausgetauscht. Am Nachmittag wollte der Präsident nach Dresden weiterreisen, wo Gespräche mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Landtagspräsident Alexander Dierks auf dem Programm standen. Nach einem Besuch der Gemäldegalerie Alte Meister war in Dresden noch eine Begegnung mit mongolischen Studenten geplant.

Sachsen will Kooperation mit der Mongolei vertiefen

Andreas Handschuh, Chef der sächsischen Staatskanzlei, sieht in der Kooperation mit der Mongolei noch Potenzial. "Wir haben 2024 ein Verbindungsbüro in Ulaanbaatar errichtet, und davon ausgehend werden wir die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen mit der Mongolei vertiefen." Neben dem kulturellen Austausch nannte er als Beispiele eine Kooperation im Bergbau mit Blick auf Seltene Erden sowie die Ernährungs- und Nahrungsmittelindustrie.

Quelle: dpa

Regionales