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Sachsen-AnhaltDAK: Mehr ADHS-Neudiagnosen bei Kindern und Jugendlichen

30.09.2026, 10:46 Uhr
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ADHS wird in Sachsen-Anhalt immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert. Davon sind Jungen mehr betroffen als Mädchen. Wie sehen die Zahlen aus?

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt gibt es immer mehr Neudiagnosen mit der Aufmerksamkeitsstörung ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Die Anzahl stieg im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent, wie aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. Hochgerechnet wurde demnach bei etwa 3.700 jungen Menschen ADHS neu diagnostiziert. Bundesweit gab es den Angaben zufolge einen Anstieg von 16 Prozent.

Mehr Jungen als Mädchen betroffen

ADHS zählt laut DAK zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindesalter. Typische Merkmale sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Dem Report für Sachsen-Anhalt zufolge haben 2024 etwa doppelt so viele Jungen wie Mädchen eine ADHS-Neudiagnose bekommen - rund 2.400 Jungen und 1.300 Mädchen. Im Vergleich zum Vorjahr liege die Steigerungsrate bei Mädchen bei etwa 18 Prozent, bei Jungen seien es gut drei Prozent, hieß es. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren fällt der Anstieg besonders deutlich aus, wie es hieß.

Individuelle Diagnosen und Behandlungen vonnöten

"Die DAK-Studie sollte vor allem ein Auftrag sein, die Versorgungsstrukturen für Kinder und Jugendliche zu stärken", sagte Paul Weihe, Vorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Sachsen-Anhalt. Betroffene Familien bräuchten keine "vorschnellen Etiketten", sondern verlässliche Diagnostik, Beratung und eine Behandlung, die sich am einzelnen Kind orientiert. Weihe zufolge zeigt der Anstieg, dass Aufmerksamkeitsprobleme, psychische Belastungen und Verhaltensauffälligkeiten eine immer größere Rolle in den Praxen von Ärztinnen und Ärzten für Kinder und Jugendliche spielen.

Für die aktuelle DAK-Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchte ein Wissenschaftsteam des Beratungs- und Datenanalyseunternehmens Vandage und der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von rund 17.900 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Sachsen-Anhalt versichert sind.

Quelle: dpa

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