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Rheinland-Pfalz & SaarlandInternationale Arbeitskräfte dringend gesucht

02.11.2026, 03:32 Uhr
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Ausländische Fachkräfte werden wegen des demografischen Wandels auch in Rheinland-Pfalz unbedingt gebraucht. Ihre Integration ist Thema einer Fachkonferenz der Landesregierung.

Mainz (dpa/lrs) - Krankenhäuser, Bäckereien oder Industrie: Internationale Fachkräfte sind nach Einschätzung der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz ein "entscheidender Erfolgsfaktor" für die wirtschaftliche Entwicklung. "Damit Rheinland-Pfalz im Wettbewerb um Talente bestehen kann, brauchen wir durchgängig leistungsfähige Strukturen - von der Sprachförderung über die Integration bis hin zu modernen und serviceorientierten Verwaltungsverfahren", sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft, Arne Rössel, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Um eine bessere Integration zugewanderter Menschen in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft geht es bei der ersten Integrationskonferenz des Landes Rheinland-Pfalz an diesem Montag in Mainz. Veranstalter ist Integrationsminister Achim Schwickert (CDU).

Immer mehr Azubis und Fachkräfte aus dem Ausland

Das Handwerk engagiere sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels schon seit langem für die "Aktivierung und Qualifizierung von in Deutschland lebenden geflüchteten Menschen", berichtete Anja Obermann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen.

Es gebe zunehmend mehr Fachkräfte und Auszubildende aus dem Ausland im Handwerk, sagte Obermann. Die Herkunftsländer und die Professionen seien sehr unterschiedlich. "Im Lebensmittelhandwerk etwa haben wir jetzt in mehreren Betrieben Azubis aus Asien." Häufig laufe es über persönliche Kontakte von Betriebsinhabern oder Mitarbeitern aus dem jeweiligen Herkunftsland. In einzelnen Gewerken, etwa bei Metzgern oder Bäckern, gebe es schlicht viel zu wenige Deutsche, die in die Berufe gingen.

"Dass mittlerweile 18 Prozent unserer Auszubildenden einen Migrationshintergrund haben, zeigt, wie wichtig Zuwanderung für die zukünftige Fachkräftesicherung ist", sagte Rössel von der AG der IHK.

Angebote für die Familien sind wichtig

Wie wichtig ist das Lebensumfeld für die Entscheidung ausländischer Fachkräfte, irgendwo hinzugehen? Bei Handwerkern komme das Thema oft erst vor Ort, sagte Obermann. Dann sei es aber wichtig. Bei Fachkräften mit Spitzengehältern möge das vorher schon gut abgewogen werden. "Insgesamt geht es häufig auch um die Abwägung von Verdienst und Lebenshaltungskosten beziehungsweise die Frage, ob und wie die Familie nachgeholt werden soll."

"Internationale Fachkräfte können heute zwischen vielen Ländern und Regionen wählen", stellte Rössel fest. "Wer die besten Köpfe gewinnen will, muss ihnen den Weg nach Rheinland-Pfalz so einfach wie möglich machen."

Um Fachkräfte langfristig zu binden, müssten sie auch außerhalb des Arbeitsplatzes integriert sein, betonte Obermann. Helfen könnten hierbei etwa Sportvereine oder andere Möglichkeiten, Menschen aus dem eigenen Herkunftsland oder ausländische Fachkräfte aus anderen Ländern zu treffen.

"Wir brauchen noch stärkere Welcome-, Onboarding- und Integrationsstrukturen für Fachkräfte und ihre Familien", sagte Rössel. "Wer nach Rheinland-Pfalz kommt, muss nicht nur eine Arbeitsstelle finden, sondern auch im Alltag ankommen können."

Rheinland-Pfalz zur Heimat machen

Das sieht auch Wirtschaftsminister Michael Ebling so: "Unser Ziel ist es, dass ausländische Fachkräfte ihre Qualifikationen und Fähigkeiten bei uns einbringen können, langfristige berufliche Perspektiven finden und Rheinland-Pfalz zu ihrer neuen Heimat machen", sagte der SPD-Politiker. Land, IHK und Handwerk böten mit dem Welcome Center Rheinland-Pfalz eine zentrale Anlaufstelle für internationale Fachkräfte und Unternehmen - von Fragen der Einreise und der Anerkennung von Berufsabschlüssen bis hin zur Integration in Betrieb und Alltag.

Quelle: dpa

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