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Nordrhein-WestfalenWarmes Wasser aus der Tiefe? Neue Untersuchungen starten

02.10.2026, 04:03 Uhr
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In 19 Jahren soll in NRW ein Fünftel des Wärmebedarfs klimaneutral aus der Erde kommen. Doch wo genau lohnen sich die teuren Bohrungen? Weitere Messungen mit "Vibro-Trucks" sollen dies herausfinden.

Hopsten/Krefeld (dpa/lnw) - Lohnt sich am nördlichen Niederrhein und im nördlichen Münsterland die Nutzung von Erdwärme aus großen Tiefen? Um dies herauszufinden, startet der Geologische Dienst NRW eine neue Untersuchungsreihe. Dabei wird der Untergrund auf einer Länge von insgesamt 180 Kilometern mit Hilfe von speziellen Rüttel-Fahrzeugen und jeder Menge Messtechnik unter die Lupe genommen. Tief gebohrt wird aber nicht.

Drei Messlinien sind geplant. Sie verlaufen zwischen Geldern und Legden, Ahaus und Hopsten sowie zwischen Hopsten und Westerkappeln. Erste Testläufe mit den sogenannten Vibro-Trucks beginnen heute in Hopsten im Kreis Steinfurt. Dabei prüfen die Geologen, ob alle Sender und Messgeräte optimal funktionieren.

Im Fokus: Standsteine in 1.000 bis 3.000 Metern Tiefe

"Die Region des nördlichen Münsterlandes bietet besonders viele Potenziale für die Nutzung von Erdwärme, auch Geothermie genannt", berichtete der Geologische Dienst im Vorfeld. Im Untergrund gebe es mehrere Sandstein- und Kalksteinschichten aus verschiedenen Erdzeitaltern.

"Die Kenntnis über das Vorkommen und die genaue Tiefe dieser Sand- und Kalksteine ist für die Nutzung der hydrothermalen Geothermie von Bedeutung." Der Grund: Diese Gesteine sind oft von Spalten und Hohlräumen durchzogen, in denen warmes Tiefenwasser fließen könnte. Im Fokus der Forscherinnen und Forscher stehen diesmal vor allem Sandsteine, die in 1.000 bis 3.000 Metern Tiefe erwartet werden.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden später veröffentlicht. Kommunen, Stadtwerke und Unternehmen können dann überlegen, ob sie auf dieser Grundlage konkrete Projekte zur Erdwärmegewinnung starten.

Warmes Tiefenwasser steht immer zur Verfügung

Bei der Erdwärmenutzung wird warmes Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche gepumpt. Dort gibt es seine Wärme über Wärmetauscher etwa an ein Fernwärmenetz, an Industriebetriebe oder Gewächshäuser ab. Das abgekühlte Wasser wird über eine zweite Bohrung dann wieder in die Tiefe gebracht. Vorteil: Das warme Tiefenwasser steht wetterunabhängig immer zur Verfügung.

In Nordrhein-Westfalen gibt es zwar schon oberflächennahe Geothermie, aber anders als etwa in München noch keine Tiefengeothermie. In NRW sind die Planungen dafür nach früheren Angaben des Geologischen Dienstes am weitesten in Münster fortgeschritten. Ein "Masterplan Geothermie" sieht mehrere Forschungsbohrungen bis Ende 2028 vor. Ziel ist es, bis 2045 rund 20 Prozent des Wärmebedarfs durch Geothermie zu decken.

Quelle: dpa

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