Nordrhein-WestfalenReisen und Wandern nebenan - Dorsten ist Wanderbahnhof 2026

Für Wanderungen in den Herbstferien muss es nicht immer das Auto sein: Dorsten ist einer von 13 Wanderbahnhöfen. Was die Stationen für Ausflügler attraktiv machen soll und woran es Kritik gibt.
Dorsten (dpa/lnw) - Ab in die Natur. So lautet der Vorsatz vieler Familien für die Herbstferien. Wer dabei auf das Auto verzichten will, für den können Busse und Bahnen für Ausflüge in Nordrhein-Westfalen eine Alternative sein. Pünktlich zum Ferienstart ist die Liste der gekürten Wanderbahnhöfe länger geworden.
Dabei geht es nicht nur um den Ausgangspunkt für Wanderungen in der jeweiligen Region und eine gute Anbindung an den Nahverkehr mit Bus und Bahn. Auch etwa mit Barrierefreiheit, Infotafeln sowie Serviceangebote für Reisende und Ausflügler wie Gastronomie warten die Wanderbahnhöfe auf.
Dorsten ist jetzt als 13. Wanderbahnhof zu der Liste in NRW hinzugekommen. Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) überreichte eine entsprechende Ehrenplakette an die Initiative Bürgerbahnhof und Bürgermeister Tobias Stockhoff. Die Stadt Dorsten liegt am Südrand des Naturparks Hohe Mark.
Der Naturpark gilt als Schnittstelle zwischen Münsterland, Niederrhein und dem nördlichen Ruhrgebiet mit vielen Wanderwegen. In Dorsten selbst können Familien auf einem 2,3 Kilometer langen Waldlehrpfad die Natur entdecken.
Das Empfangsgebäude von 1879 stand nach Schließung der Fahrkartenschalter Ende der 1980er Jahre lange leer. Es wurde von 2021 bis 2024 im historischen Charakter saniert. Der gemeinnützige Gastro-Betreiber biete Menschen mit erschwertem Arbeitsmarktzugang Perspektiven, erklärte das Ministerium.
"Unser Bürgerbahnhof ist Wohnzimmer, Treffpunkt und jetzt auch offizielles Tor zu den Wanderwegen der Region", freut sich der Bürgermeister. In Dorsten sei etwas Besonderes gelungen, sagte Krischer. Ein alter Bahnhof habe eine neue Zukunft bekommen und bringe Reisende, Wanderer und Nachbarn zusammen.
Auf der Liste der gekürten Wanderbahnhöfe stehen zudem: Detmold (2025), Emsdetten (2022), Sondern am Biggesee (2020), Overath (2019), Winterberg (2018), Werdohl (2016), Soest (2015), Schladern (2014), Billerbeck (2013), Lennestadt-Altenhundem (2012), Heimbach (2011) und Iserlohn (2010).
Kritik: Ansonsten wenig Licht, viel Schatten
Die Wanderbahnhöfe sind mit ihrer Ausstattung und Angeboten nach Ansicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn leider die Ausnahme. Grundlegende Probleme im Bahnverkehr blieben bestehen und dürften nicht aus dem Blick geraten, sagt Thomas Probol, stellvertretender Vorsitzender Pro Bahn Nordrhein-Westfalen.
Fahrgastinformation, Schienenersatzverkehr und Anschlusssicherung beim Umsteigen der Fahrgäste nannte er in dem Zusammenhang als drängendste Probleme. Aber auch vielerorts fehlende Toiletten auf kleinen Bahnhöfen seien ein Problem. Fahrgäste seien deshalb auf Toiletten in den Zügen angewiesen.
Eine Jury aus Vertretern des Verkehrsministeriums und des Kompetenzcenters Marketing NRW wählt die Wanderbahnhöfe aus. Bewertet werden dabei unter anderem die Mobilitätsangebote, Anbindung, Lage und Aufenthaltsqualität.
Deutschlandticket weit verbreitet
Ein hoher Anteil der Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs besitzt ein Deutschlandticket. Außerdem gibt es mit dem Ferienticket ein spezielles Angebot für junge Reisende. Für knapp 40 Euro können es Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von 6 bis einschließlich 20 Jahren kaufen. Online ist es nicht verfügbar, kann aber etwa an Fahrkartenautomaten gezogen werden.
Auf Baustellen achten
Wanderlustige sollten bei der Ausflugsplanung darauf achten, ob Baustellen auf den Bahnstrecken zu Verkehrsbehinderungen führen. Der Verkehrsverbund go.Rheinland gibt eine Übersicht, die Wanderbahnhöfe betreffen können:
- Heimbach: Vollsperrung zwischen Düren und Untermaubach-Schlagstein vom 2. November bis 15. November 2026.
- Lennestadt-Altenhundem: Vollsperrung zwischen Plettenberg und Lennestadt-Meggen aufgrund diverser Bauarbeiten zwischen dem 27. Oktober und dem 27. November 2026
- Schladern: Vollsperrung zwischen Hennef und Siegen aufgrund diverser Sanierungsarbeiten zwischen dem 13. Dezember 2026 und dem 9. Juli 2027 (Nebenkorridor)
- Sondern am Biggesee: Vollsperrung zwischen Finnentrop und Attendorn aufgrund diverser Bauarbeiten zwischen dem 27. Oktober und dem 27. November 2026
Auch am Bahnhof Dorsten laufen Bauarbeiten. Unter anderem werden die Bahnsteige verlängert, damit hier künftig auch längere Züge halten können. Der RE 14 soll nach Schienenersatzverkehr ab dem 26. Oktober wieder fahren.
Planen mit dem Ferienkalender
Offiziell ist der Samstag, 17. Oktober, der erste Tag der Herbstferien in NRW. Der letzte Ferientag ist laut der Ferienverordnung Samstag, der 31. Oktober. Aber am Sonntag ist natürlich auch schulfrei.