Nordrhein-WestfalenHüfte gebrochen: Zwangspause für NRW-Innenminister Reul

Für NRW-Innenminister Reul läuft es gesundheitlich nicht gut. Der beliebte CDU-Politiker muss ein halbes Jahr vor der Landtagswahl die "Pausentaste" drücken. Wie lange, ist unklar.
Wuppertal/Düsseldorf (dpa/lnw) - Gut ein halbes Jahr vor der Landtagswahl fällt einer der beliebtesten CDU-Politiker in Nordrhein-Westfalen für große Termine vorerst aus. Innenminister Herbert Reul hat sich bei einem Diensttermin in Wuppertal die Hüfte gebrochen. Er müsse jetzt "auf die Pausetaste drücken und der Hüfte die nötige Zeit geben, wieder zu heilen", erklärte Reul.
Der Innenminister sei im Polizeipräsidium Wuppertal über eine schmale Treppenstufe gestolpert und gestürzt, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Der 74-Jährige befinde sich im Krankenhaus in ärztlicher Behandlung. Ob Reul die Amtsgeschäfte vertretungsweise an ein anderes Mitglied im Kabinett von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) abgibt, war zunächst unklar.
Reul hat jüngst erst gesundheitliche Probleme öffentlich gemacht. Nach einer Operation in diesem Sommer leide er unter Ausspracheproblemen, teilte er am Donnerstag mit. Er habe in den Sommerferien einen medizinischen Eingriff vornehmen lassen, um das Zittern einer Hand zu beseitigen. Seitdem habe er die sprachlichen Probleme. Es sei noch unklar, warum sie entstanden seien.
Will wieder bei der Landtagswahl antreten
Wie kürzlich bekannt wurde, will Reul für den Landtag noch einmal kandidieren. Der CDU-Kreisvorstand im Rheinisch-Bergischen Kreis hat ihn nach Angaben der Partei einstimmig für die NRW-Landtagswahl im April 2027 nominiert. Die Aufstellungsversammlung muss Reul am 16. Oktober als Kandidaten bestätigen. Bei der Landtagswahl 2022 gewann er den Wahlkreis mit 51,1 Prozent deutlich.
Der frühere Europaabgeordnete ist seit 2017 Innenminister in NRW. Mit einem harten Kurs gegen Rocker, Islamisten und kriminelle Mitglieder von Großfamilien sowie mit seiner hemdsärmeligen Art erlangte Reul bundesweite Bekanntheit.
Gesundheitliche Pechsträhne
Der Innenminister betonte nach seinem Unfall bei dem dienstlichen Termin in Wuppertal, dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe. "Erst hatte ich kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu", sagte Reul. "Durch einen blöden Stolperer bin ich gefallen und habe mir dabei die Hüfte gebrochen."
Zu den ersten Terminen, die der Innenminister nicht wahrnehmen konnte, gehörte eine Veranstaltung in Düsseldorf. Bei der Auszeichnung von Königin Silvia von Schweden mit dem "Preis für Kindeswohl 2026" durch die Stiftung Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland und den Heimatverein Düsseldorfer Jonges sollte der NRW-Innenminister ursprünglich die Laudatio halten.
Wie umfangreich Reul für den Landtagswahlkampf in den kommenden Monaten eingeplant ist, war zunächst nicht von der NRW-CDU zu erfahren. Der CDU-Politiker hatte jüngst im "Kölner Stadt-Anzeiger" einen intensiven Wahlkampf seiner Partei zur Landtagswahl angekündigt. Anlass war eine Umfrage zur politischen Stimmungslage mit Werten für die AfD über der Marke 20 Prozent.
Für NRW sehe er aber, "dass wir mit guter Politik es schaffen, die Leute zu überzeugen". Nicht umsonst sei die CDU weiterhin stärkste Kraft. "Die Menschen wissen, was sie an ihrer aktuellen Regierung in NRW haben", sagte er Ende September der Zeitung. Der Wahlkampf beginne jetzt erst. In den kommenden Monaten werde die CDU sehr stark in den Austausch gehen - auf Marktplätzen, bei Veranstaltungen und auf den Straßen, kündigte Reul an.