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Niedersachsen & BremenExzellente Unis im Norden? Wer eine Chance auf den Titel hat

01.10.2026, 04:32 Uhr
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Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet: Welche Hochschulen werden Exzellenzuniversitäten? Warum die Auszeichnung so wichtig ist - und welche Hochschulen sich im Nordwesten Hoffnungen machen.

Hannover/Oldenburg/Bremen (dpa/lni) - Der Titel ist begehrt: Am Freitag wird verkündet, welche Hochschulen in Deutschland als Exzellenzuniversitäten ausgezeichnet und gefördert werden. Auch Niedersachsen und Bremen hoffen auf einen Erfolg - mit Bewerbungen aus Hannover sowie einem gemeinsamen Verbund aus Oldenburg und Bremen.

Doch was bedeutet die Auszeichnung eigentlich? Wofür gibt es das Geld und warum ist der Titel so bedeutend? Ein Überblick:

Was ist eine Exzellenzuniversität?

Es ist ein Status in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern. Das Programm soll Spitzenforschung stärken und deutsche Hochschulen international sichtbarer machen. Ausgezeichnet wird eine Hochschule für ihr Konzept, Forschung und wissenschaftliche Entwicklung weiter zu stärken.

Was sind die Voraussetzungen?

Bewerber brauchen mindestens zwei sogenannte Exzellenzcluster; bei einem Hochschulverbund müssen mindestens drei Cluster gefördert werden. Ein Exzellenzcluster ist ein Forschungsverbund zu einem bestimmten Thema. Beteiligt sein können Forschende verschiedener Fachrichtungen und mehrere Hochschulen. Schon für das Exzellenzcluster gibt es Fördergelder.

Das allein reicht aber nicht: Zusätzlich wird das Gesamtkonzept geprüft - etwa die strategische Ausrichtung, Spitzenforschung, Nachwuchsförderung und internationale Vernetzung.

Wie viele Hochschulen sind noch im Rennen?

Zehn Exzellenzuniversitäten haben ihren Status schon verteidigt und werden für weitere sieben Jahre gefördert. Nun geht es um neue Bewerbungen: Maximal fünf zusätzliche Plätze sind vorgesehen, aber nicht zwingend alle werden vergeben.

Elf Standorte dürfen sich noch Hoffnungen machen - darunter die Leibniz Universität Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover sowie die Allianz der Universität Bremen und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Bremen und Oldenburg wollen dabei mit Wissenschaftlern aus Groningen kooperieren. Momentan trägt keine Hochschule in Niedersachsen oder Bremen den Titel.

Woran forschen die Hochschulen in der Region?

In Hannover geht es um Quantentechnologie, Lichtsteuerung, bessere Hörhilfen und um die Anfälligkeit für Infektionen. Die Uni Oldenburg erforscht, wie Tiere sich über große Entfernungen orientieren. Wissenschaftler aus Bremen und Oldenburg untersuchen gemeinsam den Meeresboden und seine Bedeutung für Klima und Umwelt; in Bremen dient die "Marsperspektive" dazu, nachhaltige Produktion unter knappen Ressourcen zu erforschen.

Wer entscheidet über die Auszeichnung als Exzellenzstandort?

Die Entscheidung trifft die sogenannte Exzellenzkommission, sie stützt sich dabei auf Begutachtungen durch internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In der Kommission sitzen außerdem die für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Minister von Bund und Ländern.

Warum ist der Titel so wichtig?

Mit ihm sind zusätzliche Fördermittel in Millionenhöhe und eine langfristige Unterstützung verbunden. Einzelne Universitäten erhalten jährlich 10 bis 15 Millionen Euro, Universitätsverbünde zwischen 15 und 28 Millionen Euro. Das hilft den Hochschulen, ihre Forschungsprofile auszubauen und international sichtbarer zu werden.

"Exzellenzstandorte ziehen Spitzenforschende, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie internationale Studierende an", teilte das Wissenschaftsministerium in Hannover mit. "Zugleich können zusätzliche Investitionen von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Stiftungen angestoßen werden." So können davon auch andere Hochschulen und Forschungseinrichtungen profitieren.

Wie unterstützen die Länder die Hochschulen?

Die Länder sind an der Finanzierung beteiligt, sie müssen für 25 Prozent der Förderung für ihre Hochschulen aufkommen. Die Gelder seien schon im Haushalt eingeplant, heißt es aus dem Bremer Wissenschaftsressort. "Zwischen 2026 und 2032 stehen für beide Cluster durchschnittlich 3,67 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung."

Wie lang gilt eine Förderung?

Die Förderung beginnt im Januar und wird sieben Jahre lang gewährt, dann wird erneut geprüft. Der Titel muss also durch Forschungserfolge und ein überzeugendes Konzept immer wieder bestätigt werden. Auch in der Region gab es zeitweise Exzellenzstandorte mit der Universität Bremen (2012 bis 2019) und die Georg-August-Universität Göttingen (2007 bis 2012), beide verloren die Auszeichnung wieder.

Was passiert, wenn es mit der Auszeichnung nicht klappen sollte?

Wenn die Hochschulen in der Region leer ausgehen, wollen sie trotzdem weiter ihr Profil in den Forschungsbereichen schärfen. "Die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Bremen und Oldenburg sowie die strategische Entwicklung der Northwest Alliance wird in jedem Fall fortgeführt werden", teilte das Bremer Wissenschaftsressort mit.

Wenn es mit der Auszeichnung nicht klappt, würden den Universitäten Oldenburg und Bremen Millionen für neue Professuren fehlen. "Einen Hebel, den wir aber in jedem Fall betätigen werden, ist die gemeinsame strategische Planung von Professuren", teilten beide Einrichtungen mit. Schon die Bewerbung habe die Zusammenarbeit enorm gestärkt.

Auch die Leibniz-Universität Hannover hat sich nach eigenen Angaben darauf verständigt, an dem Prozess festzuhalten. "Ohne finanzielle Mittel wird dies maßstäblich vermutlich kleiner stattfinden und länger dauern", teilte eine Sprecherin mit.

Niedersachsen sicherte schon vorab zu, die Hochschulen in jedem Fall weiter zu unterstützen. "Sollte keine der drei niedersächsischen Bewerbungen erfolgreich sein, wäre das für die beteiligten Universitäten und für Niedersachsen enttäuschend", heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. Mindestens ein Exzellenzstandort ist Niedersachsens festes Ziel. Sollte das nicht klappen, sollen frühzeitig die Weichen für die nächste Runde gestellt werden.

Quelle: dpa

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