Hamburg & Schleswig-HolsteinPolizei kündigt hartes Vorgehen gegen "Krawallmacher" an

Für Samstag hat die Initiative "Gen Z regelt" zu bundesweiten Protesten aufgerufen. In Hamburg bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor.
Hamburg (dpa/lno) - Nach den Protesten in Frankreich, Italien und Belgien gehen am Samstag auch in Hamburg Jugendliche auf die Straße. In anderen deutschen Städten sind ebenfalls Aktionen geplant. Die Hamburger Polizei hat angekündigt, konsequent gegen "Krawallmacher" vorzugehen.
Wer demonstriert und warum?
Aufgerufen zu den Protesten hat im Internet die Initiative "Gen Z regelt". In einem auf ihrer Website veröffentlichten Positionspapier heißt es: "Wir sind junge Menschen, die nicht länger wollen, wie über ihre Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden." Die Initiative fordert mehr Geld für das Schulsystem, konsequenten Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen eine Wehrpflicht aus.
Was ist in Hamburg geplant?
In Hamburg ist von 14.00 Uhr an eine Kundgebung am Jungfernstieg geplant, wie es auf der Website der Initiative heißt. Auf der Homepage haben bis Mittwochabend nahezu 9.000 Menschen ihre Teilnahme angekündigt. Allerdings teilte die Polizei zuvor abweichend mit: "Eine eigene, der Gen-Z-Bewegung zuzurechnende Versammlung findet nach den letzten Erkenntnissen nicht statt." Ursprünglich sei eine Versammlung angemeldet gewesen.
Stattdessen habe nun eine Privatperson unter dem Motto "Gegen Wehrpflicht" eine Demonstration angemeldet, berichtete ein Sprecher. Diese solle vom Jungfernstieg über die Mönckebergstraße zum Lohmühlenpark ziehen. Der Anmelder erwartet demnach 1.000 bis 2.000 Teilnehmende.
Es habe offenbar Gespräche zwischen dem Anmelder der Demonstration "Gegen Wehrpflicht" und dem Anmelder der ursprünglichen Versammlung gegeben, teilte die Polizei mit. Sie geht davon aus, dass potenzielle Teilnehmer der Gen-Z-Protestbewegung sich der anderen Demonstration anschließen könnten. Wie viele Menschen am Samstag tatsächlich protestieren werden, ist unklar.
Außer der Demonstration "Gegen Wehrpflicht" ist der Polizei zufolge wie in Vorjahren eine feministische Halloween-Demonstration angemeldet. Rund 300 Teilnehmende werden erwartet.
Wie bereitet sich die Polizei vor?
Die Polizei verfolge die Entwicklungen sehr wachsam, sagte ein Polizeisprecher. Es zeichne sich ab, dass sie ein Großaufgebot mit mehreren Hundertschaften stellen werde. Auch Drohnen sollten zum Einsatz kommen. Die Polizei erwartet dennoch einen weitgehend störungsfreien Verlauf der Demonstrationen.
Der Sprecher kündigte an, die Polizei werde gegen gewaltbereite Teilnehmer hart vorgehen: "Krawallmacher werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aus ihrer vermeintlichen Anonymität holen und sehr konsequent gegen solche Straftäter vorgehen."
Wie steht die Protestbewegung zu Gewalt?
Während der Proteste in Frankreich und Italien kam es wiederholt zu Ausschreitungen. Die Initiative "Gen Z regelt" ruft auf der Website zu einem friedlichen Protest auf und spricht sich gegen jede Form von Gewalt aus. "Nur friedlich können wir gemeinsam etwas erreichen", heißt es dort.
Wird die Polizei auch wegen Halloween im Einsatz sein?
Vor drei Jahren hatte es in der Halloween-Nacht gewaltsame Ausschreitungen in Harburg, Osdorf und Lurup gegeben. In Harburg setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Die Polizei kündigte vor den diesjährigen Feiern an, Beamte besonders in die Stadtteile Harburg, Wilhelmsburg, Billstedt und Steilshoop zu schicken. Stadtteilpolizisten haben bereits mit Kindern und Jugendlichen in Schulen, Jugendtreffs und Moscheegemeinden gesprochen.