Hamburg & Schleswig-Holstein"Diana, meine Schwester" - Charles Spencer über Lady Di

Fast dreißig Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana gibt ihr jüngerer Bruder emotionale Einblicke in einem Buch. Charles Spencer hat es nun erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt.
Hamburg (dpa/lno) - Fast dreißig Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana schreibt ihr jüngerer Bruder Charles Spencer über das gemeinsame Leben. In "Swan Song. Diana, meine Schwester" teilt Earl Spencer Erinnerungen an seine berühmte Schwester und löste schon im Vorhinein Kontroversen aus. In Hamburg hat er das Buch erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt.
"Ich finde, ihr Sinn für Humor war außergewöhnlich. Sie war so witzig, und sie konnte immer über sich selbst lachen und erkannte das Absurde in Situationen", sagte Charles Spencer über seine Schwester. Er beschreibt Dianas Wirkung auf andere so, als würden Kinder den Weihnachtsmann sehen. "Ihre Gesichter strahlten", erzählte Spencer im Gespräch.
Mit Moderatorin Julia Westlake sprach Spencer über die gemeinsame Kindheit, den Hochzeitstag von Diana mit dem heutigen König Charles III. und ihren tragischen Tod. Schauspieler Peter Lohmeyer übernahm Spencers deutsche Stimme und las Passagen aus dem Buch vor.
Der Antrieb für das Buch
"Ich glaube, ich habe von ihr gelernt, dass man manchmal mutig sein und die Wahrheit sagen muss", sagte Spencer über die Motivation zum Buch.
Earl Charles Spencer ist Historiker und arbeitet als Journalist. Der Sachbuchautor hat mit dem Porträt über seine Schwester einen emotionalen Rückblick vorgelegt.
Diana Spencer heiratete 1981 den heutigen König Charles III. Nach schwierigen Jahren und gegenseitigen Vorwürfen ließ sich das Paar 1996 scheiden. 1997 verunglückte Diana mit ihrem neuen Partner Dodi Al Fayed bei einem Autounfall in Paris und erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Im August 2027 jährt sich der Tod von Prinzessin Diana zum 30. Mal.
Vorwürfe gegen Königshaus
Britische Medien hatten bereits vor der Veröffentlichung des Buches im September Passagen zitiert. Für Aufsehen sorgten dabei insbesondere heftige Anschuldigungen gegen König Charles III. (77): "Wir werden sie früh genug vergessen!", soll der damalige Thronfolger in einem hitzigen Telefonat mit Spencer kurz vor der Beerdigung der als "Königin der Herzen" bekannten Diana gesagt haben.
Der Palast reagierte außergewöhnlich deutlich auf die Vorwürfe und teilte mit, dass die Trauer um einen geliebten Menschen das Urteilsvermögen beeinträchtigen könne.
Spencer wollte sich davon allerdings nicht einschüchtern lassen und reagierte mit einer weiteren Stellungnahme. "Ich kann Ihnen hier und jetzt sagen: Das sind genau die Worte, die er gesagt hat." Er habe in seinem Leben überhaupt nur zweimal mit Charles telefoniert und dabei genau darauf geachtet, was er sagte.
Auch in Hamburg wiederholte Spencer die angeblichen Worte von König Charles III.
Das Buch als verlängerte Trauerrede
Earl Charles Spencer sagte, das Buch sei die verlängerte Trauerrede, die er 1997 bei der Beerdigung seiner Schwester gehalten habe. Ihm sei damals klar geworden, dass er für Diana sprechen müsse, da sie nun keine Stimme mehr habe.
"In gewisser Weise ist dies eine 400-seitige Version meiner Trauerrede, aber ich wollte einige Dinge richtigstellen, die nicht der Wahrheit entsprachen, und die Wahrheit darlegen, und ich wollte für Diana sprechen so gut ich konnte", sagte Spencer.