Berlin & BrandenburgÄrztemangel: Minister erwartet teils sehr schwierige Lage

Die Situation der Ärzte ist in Brandenburg schon jetzt angespannt. Gesundheitsminister Wilke weist darauf hin, dass das Problem noch größer werden kann. Wie beurteilt er das Landärztestipendium?
Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) rechnet damit, dass der Ärztemangel trotz zahlreicher Gegenrezepte nicht komplett abgefedert werden kann. "Das wird ein bisschen was von dem dämpfen, was wir an Härten haben", sagte Wilke im Gesundheitsausschuss des Landtags. "Aber es wird trotzdem die nächsten Jahre Regionen geben, da wird es richtig schwierig."
Der Minister nannte Video-Sprechstunden, mobile Praxen, Bürokratieabbau und Digitalisierung als Beispiele für Maßnahmen, die dem Ärztemangel entgegenwirken sollen. Er habe allerdings nicht die Macht, das in den nächsten Jahren komplett zu drehen. "Wir tun aber alles dafür, dass es sich in einer Perspektive dann dran dreht und dann auch wieder deutlich besser werden kann", sagte Wilke.
In Brandenburg herrscht Ärztemangel, besonders Hausärzte fehlen und das vor allem in ländlichen Regionen. Die neue Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem in Cottbus soll für Nachwuchs sorgen, aber auch Stipendien für Landärzte sollen helfen.
Wilke sieht Landärztestipendien skeptisch
Der Minister zeigte sich skeptisch, was den Effekt des Landärztestipendiums betrifft. "Mit der Rückzahlmöglichkeit ist das jetzt nicht so der Effekt, den wir vielleicht uns erhofft haben, als das Ganze in Gang gesetzt wurde." Die Stipendiensumme von 80.000 Euro werde nach dem Studium im Zuge eines Kredits einfach abgezahlt.
Mit dem Programm werden 18 Stipendien an Medizinstudentinnen und -studenten gefördert, die sich verpflichten, nach Studium und Weiterbildung für mindestens fünf Jahre auf dem Land in Brandenburg tätig zu werden. Sie bekommen jeweils 1.000 Euro im Monat bis zum Ende des Medizinstudiums, längstens aber für 75 Monate.
Der Minister sagte, auch ohne Stipendium liege der Anteil von Studierenden beispielsweise der Medizinischen Hochschule Brandenburg nahezu bei 70 Prozent. "Man kann meinen, über so ein Stipendium kriegt man das dann hin, dass die im Bundesland bleiben, aber es gibt eben noch deutlich weitere andere Faktoren." Er nannte das Weiterbildungsnetz als Anreiz zum Bleiben.