Baden-WürttembergStuttgart 21 - Neuer Fußweg soll "Fernwanderweg" ersetzen

Der provisorische Weg zwischen Stuttgarts Innenstadt und den Gleisen gilt manchen als "Fernwanderweg". Ab Ende 2027 soll ein anderer Weg durch den Bonatzbau und über das neue Bahnhofsdach führen.
Stuttgart (dpa/lsw) - "Stadtspaziergang" anstatt "Fernwanderweg": Die Deutsche Bahn setzt von Ende 2027 an auf einen deutlich kürzeren Weg für Reisende zwischen Stuttgarter Innenstadt und altem Kopfbahnhof durch den Bonatzbau und über das Dach des künftigen Hauptbahnhofs. Bahn-Manager Philipp Nagl sagte, der Baufortschritt im bestehenden Bahnhofsgebäude sei beeindruckend. Der Weg werde durchgehend überdacht sein.
Nagl sprach von einem "Stadtspaziergang". Der lange provisorische Fußgängertunnel zwischen der Stuttgarter Innenstadt und den Gleisen des Hauptbahnhofs war von Kritikern immer wieder spöttisch als "Fernwanderweg" bezeichneten worden.
Nagl bekräftigte den Zeitplan für die Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs. Der Tiefbahnhof in der Stuttgarter Innenstadt soll nach Angaben vom Sommer erst 2031 ans Netz gehen und damit fünf Jahre später als zuletzt geplant. Das hat auch Folgen für die Kosten. Diese erhöhen sich laut Bahn um weitere drei Milliarden Euro auf 14,5 Milliarden.
Sitzung des Lenkungskreises
Landesverkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) sagte, man brauche eine "transparente Kontrolle" des Baufortschrittes. Die Verschiebung des Zeitplans sei eine große Herausforderung. Die Sitzung des Lenkungskreises der Projektpartner von Stuttgart 21 sei von dem Willen geprägt worden, nach vorn zu schauen. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) sagte, die Deutsche Bahn habe in Sache Projektfortschritt maximale Transparenz zugesagt.
Ab Ende 2030 will die Bahn laut der Angaben im Sommer bereits den neuen Fernbahnhof am Flughafen in Betrieb nehmen. Die Verlängerung der S-Bahn-Stammstrecke mit der neuen Haltestelle Mittnachtstraße soll 2032 angefahren werden. Als letzter Baustein soll dann im Jahr 2033 der neue Pfaffensteigtunnel eröffnet werden, durch den die Gäubahn aus Richtung Zürich an den neuen Hauptbahnhof angebunden wird.