Politik

Angriff in Flydubai-MaschineIsraelischer Minister: "Terrorist" wollte Flugzeug zum Absturz bringen

30.09.2026, 13:51 Uhr
00:00 / 05:42
Video poster

An Bord eines Flugzeugs auf dem Weg nach Tel Aviv ist offenbar eine Katastrophe verhindert worden. Israel geht von einem versuchten Terroranschlag aus. Was bisher zu dem Vorfall bekannt ist.

Ein "Terrorist" hat nach Angaben des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir ein Flugzeug der Fluggesellschaft Flydubai zum Absturz bringen wollen, das in Saudi-Arabien notlanden musste. Ziel sei es gewesen, "die 180 Israelis an Bord zu ermorden", sagte Ben Gvir. Die Maschine befand sich auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als sie am Morgen nach Angaben der Airline wegen eines "Zwischenfalls" ins saudi-arabische Tabuk umgeleitet wurde.

Nach übereinstimmenden Berichten israelischer Medien soll ein Pilot seinen Kollegen mit einem Messer verletzt haben. Passagiere halfen demnach dabei, den Angreifer zu überwältigen. Ein namentlich nicht genannter ranghoher israelischer Regierungsvertreter sagte dem TV-Sender N12, es sei eine schwere Katastrophe verhindert worden.

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich forderte in einem X-Post: "Wer auch immer versucht hat, ein Flugzeug zum Absturz zu bringen und 180 Israelis zu ermorden, muss dafür bezahlen, als ob er sie ermordet hätte." Dies gelte für den Angreifer ebenso wie für "jeden Staat oder jede Terrororganisation, die ihn geschickt haben".

Das Flugzeug sei über Saudi-Arabien abgedreht und auf dem Flughafen Tabuk gelandet, hieß es in israelischen Medienberichten. Flydubai bestätigte laut dem Sender Al-Arabija einen "Vorfall" an Bord. Der Flughafen in Tabuk bestätigte die Notlandung und teilte mit, der Kapitän und der erste Offizier seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Angaben über weitere Verletzte gab es zunächst keine. Zuvor war berichtet worden, die Maschine habe zunächst den Code 7700 abgesetzt, der auf eine Notlage hinweist, und anschließend den Code 7500, der zur Meldung einer Flugzeugentführung verwendet wird.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, die Maschine sei zu Beginn des Vorfalls steil in die Tiefe geflogen. Einer der Piloten habe den anderen mithilfe von Passagieren daran gehindert, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Ein Bild von Bord der gelandeten Maschine soll einen Passagier mit einem blutbefleckten Hemd zeigen. Einer der Piloten habe eine Stichverletzung erlitten.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" veröffentlichte eine Videobotschaft, die einen israelischen Passagier mit blutüberströmtem Gesicht direkt nach dem Vorfall an Bord zeigen soll. "Wir haben die Terroristen überwältigt", sagte er. Die Landung stehe unmittelbar bevor. "Wir brauchen Hilfe."

Widersprüchliche Angaben zur Herkunft der Piloten

Wie das Nachrichtenportal "ynet" weiter berichtet, stammt der tatverdächtige Copilot aus dem Oman. Dafür gibt es aber bislang keine offizielle Bestätigung. Zuvor hatte es geheißen, der Pilot sei russischer und der Copilot ukrainischer Herkunft. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte der Moskauer staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit, die Berichte über einen russischen Piloten im Cockpit entsprächen nicht den Tatsachen. Das Konsulat habe von der Airline die Information erhalten, dass kein russischer Staatsbürger an Bord gewesen sei.

Eine Israelin erzählte dem TV-Sender N12, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe "Schreie und Panik" gegeben. "Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer", sagte sie. Es gehe den Passagieren der Maschine inzwischen gut. "Die Situation hätte aber auch anders enden können", sagte sie. Eine weitere Israelin erzählte dem Sender, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. "Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden."

Eine israelische Sprecherin bestätigte, der tatverdächtige Copilot werde gegenwärtig in Saudi-Arabien befragt. Die israelischen Passagiere warten den Berichten zufolge auf ihre Heimreise. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle und man unternehme alles, um die sichere Rückkehr der israelischen Passagiere in ihre Heimat zu gewährleisten.

Die Emirate hatten Israel 2020 im Rahmen eines Annäherungsabkommens anerkannt und haben seitdem die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Wirtschaft und Verteidigung verstärkt. Dubai ist unter Israelis in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Reiseziel geworden. Netanjahu war erst am Sonntag auf Einladung von Präsident Mohammed bin Sajid in die Emirate gereist. Beide Länder unterhalten bislang keine diplomatischen Beziehungen, arbeiten jedoch hinter den Kulissen in einigen Bereichen zusammen. Eine mögliche Normalisierung der Beziehungen ist seit Jahren Gegenstand diplomatischer Bemühungen, ist seit dem Gaza-Krieg aber unwahrscheinlicher geworden.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP/dpa

IsraelDubaiFlugzeugeTerroranschlägeSaudi-Arabien