Superstar schmollt

Portugals heftige Liebeskrise mit Ronaldo spitzt sich zu

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Immerhin der Kaffee schmeckt Cristiano Ronaldo noch. (Foto: IMAGO/TT)
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30.09.2026 | 15:36 Uhr
Die Krise um Cristiano Ronaldo weitet sich vor dem Auswärtsspiel in Dänemark aus. Portugals Trainer führt Friedensgespräche und selbst der Verbandschef ist eigens angereist.

Ganz allein schlich Portugals Kapitän Cristiano Ronaldo im Trainingsanzug über den Rasen im Stadion von Malmö. Abwechselnd spielte der Superstar am Dienstagnachmittag mit seinem Handy und nippte an seinem Kaffee. Eine halbe Stunde später, als sich an gleicher Stelle die gesamte portugiesische Fußball-Nationalmannschaft auf das kommende Nations-League-Duell mit Dänemark vorbereitete, war der Altstar längst abgezischt.

Die neuerlichen Szenen der Entfremdung zwischen dem Rekordtorschützen Ronaldo und seiner Nationalmannschaft haben die portugiesische Sportpresse in helle Aufregung versetzt. Bereits am Rande des Trainings musste Nationaltrainer Jorge Jesus sein Vorhaben bekräftigen, den schmollenden Nationalhelden wieder zu besänftigen. "Ich spreche jeden Tag, jede Minute mit Cristiano Ronaldo", sagte Jesus, der Ronaldo am Sonntag beim 2:1 gegen Norwegen 90 Minuten auf der Bank gelassen hatte.  

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Portugal lässt Ronaldo auf der Bank - und siegt trotzdem

Am Ende eines "nervenaufreibenden Tages für die Nationalmannschaft" konnte die aufgeregte Fußballnation dann etwas durchatmen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sollen Jesus und Ronaldo Friedensgespräche aufgenommen haben. "Es verlief positiv und führte zur Entspannung", schrieb etwa die Sportzeitung "O Jogo".

Portugals Verbandschef Pedro Proenca hatte aus Sorge bereits alle Termine abgesagt – eigentlich hätte er das Spiel der U21 besuchen wollen – und war ebenfalls am Dienstag zu einem dringlichen Krisengipfel angereist. Als Ronaldo am Abend ein Bild von sich in portugiesischen Trainingsklamotten postete und darunter ein rotes Herz setzte, schien die Krise überwunden zu sein. 

Dänemark hilft bei der Besänftigung

Selbst der kommende Nations-League-Gegner Dänemark, auf den der Titelverteidiger am Donnerstagabend (20.45 Uhr/DAZN) trifft, hatte bei der Besänftigung geholfen. "Ich glaube, dass viele Menschen seine Bedeutung für die portugiesische Nationalmannschaft unterschätzen. Wenn er seine Karriere beendet, wird Portugal ein Problem haben", sagte Dänemarks Nationaltrainer Brian Riemer. Ronaldos Vorbildrolle, ungeachtet seiner Tore, sei nicht infrage zu stellen. 

Geht es nach Ronaldo, entscheidet ohnehin nur er selbst über seine Zukunft. "Wenn ich das Gefühl habe, dass ich dem Team nichts mehr bringe oder dass ich eine schlechte Stimmung schaffe, werde ich als Erster gehen", hatte er vor der Länderspielpause gesagt. Aber: "Die Portugiesen zählen auf mich. Deshalb bin ich immer noch hier."

Schließlich gibt es da ja noch die 1000-Tore-Marke. Sollte er diesen Meilenstein, für den er noch 21 Tore benötigt, ausgerechnet im Nationaltrikot knacken, wäre "das der krönende Abschluss einer wunderschönen Geschichte", sagte Ronaldo.

Der beim WM-Achtelfinalisten zuletzt flaue Sturm wurde unter dem neuen Nationaltrainer, dem 72-jährigen Jesus, allerdings von jüngeren Kollegen aufgefrischt. Unter seinem ehemaligen Vereinstrainer traf Joao Felix in den vergangenen beiden Länderspielen. 

Portugals "Prinz" Felix, wie ihn "The Athletic" angesichts seiner starken Form beschrieb, hat seinen alten Lehrmeister aber nicht vergessen. Am Wochenende verriet Felix, der mit Ronaldo bei Al-Nassr in Saudi-Arabien spielt, er wolle die Vorlage zu Ronaldos 1000. Karrieretor geben. "Dieses Tor wird in die Fußballgeschichte eingehen, und dabei zu sein, wäre ein fantastischer Moment."

Verwendete Quellen: ntv.de, msc/sid